Lesung Martin Doerry "Lillis Tochter"
80 Jahre Kriegsende ist für uns ein Anlass, Martin Doerry noch einmal nach Vellmar einzuladen, um an das Schicksal seiner Großmutter Lilli Jahn und seiner Mutter Ilse Doerry zu erinnern. Er wird musikalisch begleitet von Elena Padva, der Leiterin des Sara-Nussbaum-Zentrums in Kassel.
Nirgendwo zu Hause: Martin Doerry über das Leben seiner Mutter zwischen Ausgrenzung und Anpassung. Einfühlsam schildert der Journalist und Historiker Martin Doerry das Schicksal seiner Mutter Ilse, der ältesten Tochter der in Auschwitz ermordeten jüdischen Ärztin Lilli Jahn. Als junges Mädchen war sie zur Zeugin der Entrechtung und Verfolgung ihrer Mutter geworden und musste am Ende selbst um ihr Leben bangen. Auch nach dem Krieg wurde Ilse zum Opfer immer wiederkehrender Diskriminierung und Ausgrenzung. Das Schicksal Lillis verschwieg sie, eigene berufliche Pläne opferte sie der Karriere ihres Mannes. Erst mit der Veröffentlichung der Briefe, die sie und ihre Geschwister an die im Lager inhaftierte Lilli geschrieben hatten und die wie durch ein Wunder erhalten geblieben waren, begann die schmerzhafte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Martin Doerry erzählt die berührende Geschichte seiner Mutter als Geschichte einer Überlebenden und einer in den Konventionen und Zwängen der Nachkriegszeit gefangenen Frau. Seiner Großmutter Lilli, Ilses Mutter, setzte Martin Doerry zuvor schon mit der Biografie »>Mein verwundetes Herz<. Das Leben der Lilli Jahn 1900-1944« ein hoch gelobtes literarisches Denkmal.
Martin Doerry
geboren 1955, ist promovierter Historiker und arbeitete von 1987 bis 2021 als Redakteur für den SPIEGEL. 16 Jahre lang war er stellvertretender Chefredakteur des Nachrichten-Magazins. Bei der DVA erschienen von ihm der in 19 Sprachen übersetzte Bestseller »›Mein verwundetes Herz‹. Das Leben der Lilli Jahn 1900–1944« (2002) und »Nirgendwo und überall zu Haus – Gespräche mit Überlebenden des Holocaust« (2006, in Zusammenarbeit mit der Fotografin Monika Zucht). Gemeinsam mit Susanne Beyer hat er den Band »Mich hat Auschwitz nie verlassen. Überlebende des Konzentrationslagers berichten« herausgegeben (2015).
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VVK: buechereck Vellmar Telefon (0561) 82 65 61, info@buechereck-vellmar.de
Preise *: 5 € für Vereinsmitglieder, Schüler und Studenten, 10 € für Gäste, Abendkasse 12 €
* Karten können nur bar bezahlt werden








